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Gigabyte Osmium

Luxus Schreiberling im Test

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Auch Gigabyte ist dem Trend der mechanischen Tastaturen verfallen. Unter dem hauseigenen Gaming-Label „Aivia“ hat das taiwanische Unternehmen die Osmium auf den Markt gebracht. Ausgestattet mit einer blauen Tastenbeleuchtung, eine großen Handballenauflage und Cherry-MX-Red Switches will man sich mit der Konkurrenz messen und die Gunst von anspruchsvollen Gamern für sich gewinnen. Im folgenden Test schauen wir uns die Osmium einmal genauer an.

Mechanische Tastaturen finden bei Herstellern großen Anklang. Besonders im „Gaming-Bereich“ setzen immer mehr Hersteller für ihre Premium-Modelle auf die Schalter der Cherry MX Serie. Unter dem Gaming-Label „Aivia“ hat Gigabyte mit der Osmium nun auch eine mechanische Tastatur im Portfolio die es der Konkurrenz schwer machen soll.



Schwarz-blau, so präsentiert sich die doch recht üppige Verkaufspackung der Osmium. Das gilt allerdings nicht für den Lieferumfang, denn dieser fällt mit vier Keycaps für die Makro-Tasten (Symbole), Tastenwerkzeug und Handballenauflage recht spärlich aus. Einen Quick-Start-Guide, der laut Verpackung hinterlegt sein soll oder eine Software-CD mit dem Makro-Konfigurationsmanager sucht man vergebens. Lediglich ein Hinweis auf der Rückseite gibt dem Kunden Aufschluss darüber, wo man die benötigte Software zum Erstellen und Speichern von Makros herunterladen kann.


Die Tastatur im Überblick

Die Gigabyte Osmium präsentiert sich in einem dezenten matt-schwarzen finish. Wie sonst gerne bei Gaming-Tastaturen üblich, verzichtet Gigabyte auf Hochglanz-Applikationen und setzt durchweg auf eine leicht raue Oberfläche. Mit den Abmessungen 44,7 x 19 Zentimeter (L x B) ist die Osmium trotz Zusatztasten kaum größer als andere mechanische Tastaturen, da Gigabyte die Zusatztasten über den Haupttastenblöcken platziert hat. Mit angesteckter Handballenauflage wird die Osmium nochmals um 7,8 Zentimeter breiter.



Bei den Materialien setzt Gigabyte auf das bei mechanischen Tastaturen bekannte Metall-Inlay in Verbindung mit einem Kunststoffgehäuse. Die raue Oberfläche des Kunststoffs sorgt für eine gewisse Resistenz gegen Schmutz und Fingerabdrücke bei gleichzeitig guter Griffigkeit. Weiter ist die Unterseite mit vier praktischen Aufstellfüßen ausgestattet mit denen die maximale Höhe der Tastatur im vorderen und hinteren Bereich variiert werden kann. Bis zur oberen Kante der Key-Caps gemessen lässt sich die Höhe von 4,1 bis 5,6 Zentimeter variieren, auf der Vorderseite sind es 3,2 ohne und 3,7 Zentimeter mit Aufstellfüßen. Die Gummierte Aufstellfläche sorgt zudem für einen festen Stand, selbst auf glatten Oberflächen.



Die Osmium wartet mit einem 105 Tasten-Layout auf das um einige Zusatzfunktionen ergänzt wurde. Anstelle der rechten Windows-Taste kommt hier die bereits mehrfach bekannte FN-Taste zum Einsatz, mit der verschiedene Medienfunktionen auf den F-Tasten aktiviert werden können. Rechts neben der FN-Taste hat Gigabyte zudem einen „Win-Lock“ zum Deaktivieren der linken Windowstaste platziert. Über den F-Tasten hat Gigabyte einen weiteren Tastenblock platziert. Hier finden sich fünf G-Tasten die mit Makrofunktionen belegt werden können. Direkt daneben finden sich zwei Räder zum Regeln der Tastenhelligkeit und Lautstärke.



Alle 105 Tasten hat Gigabyte mit mechanischen Schaltern vom Typ Cherry MX Red ausgestattet. Dieser lineare Schalter ist eine Sonderform des Cherry MX Black und zeichnet sich durch eine sehr niedrige Betätigungskraft aus. Als linearer Schalter kommt dieser dem Anschlag „herkömmlicher“ Tastaturen sehr nahe, bei denen die Tasten auch gerne komplett durchgedrückt werden und ein fühlbarer Druckpunkt nicht zwingend erforderlich ist. Durch die doch sehr niedrige Betätigungskraft von 45 Gramm ist der Schalter allerdings nicht ganz so Einsteigerfreundlich wie der Cherry MX Black. So entstehen in der Eingewöhnungsphase gerne mal schnell Falscheingaben. Der Weg zum Schaltpunkt beträgt hier ab der Ausgangsposition nur 2 Millimeter. Wie üblich spezifiziert auch Gigabyte die Haltbarkeit der Tasten mit bis zu 50 Millionen Anschlägen. Weiter verspricht Gigabyte „Absolute Anti-Ghosting Multi-Key Press“ Funktionalität via USB bei bis zu 64 simultanen Anschlägen.

Darüber hinaus ist die Osmium mit einer üppigen Tastenbeleuchtung ausgestattet, genauer gesagt 105 LEDs. Jede Taste wird von einer eigenen blauen LED angeleuchtet, woraus ein sehr intensives und gleichmäßiges Leuchten resultiert. Mit dem bereits angesprochenen Rad im oberen Bereich lässt sich die Leuchtintensität der Tasten regulieren. Die Num-, Scroll- und Caps-Lock LEDs sind davon allerdings nicht betroffen und leuchten leider bei allen Stufen mit voller Intensität. Die Keycaps sind aus durchsichtigem Kunststoff gefertigt der schwarz beschichtet wurde. Alle Beschriftungen der Tasten wurden per Lasercut-Verfahren aus der schwarzen Beschichtung „ausgeschnitten“. Da die Oberfläche der Tasten nur minimal strukturiert ist, wirken diese eher glatt. Größere Tasten, wie beispielsweise die Leertaste, sind für ein hochwertiges Tippgefühl zusätzlich durch eine Bügelhalterung stabilisiert.



Über dem Ziffernblock hat Gigabyte ein beleuchtetes Aiva Logo untergebracht. Die jeweilige Farbe des Logos und der Beleuchtungsmodus geben darüber Auskunft welches Profil der Osmium aktuell aktiv ist. Das Logo ist fungiert gleichzeitig als Profiltaste, mit welcher die Profile durchgeschaltet werden können. Der I/O Hub ist ebenfalls in dieser Ecke untergebracht. Auf Höhe der Profiltaste findet sich rückseitig ein USB 2.0 Port. An der rechten Außenseite hat Gigabyte zudem noch einen besser zugänglichen USB 3.0 Port sowie die üblichen Audio Ein-/Ausgänge untergebracht. Die Strom- und Datenzufuhr übernimmt ein recht dickes, gesleevtes Kabel mit zwei Metern Länge. Trotz des dicken Durchmessers lässt sich das Kabel erstaunlich gut verlegen und endet auf den letzten 30 Zentimetern in einzelnen Adern. Dieses endet in je einem USB 2.0 und USB 3.0 Port sowie den beiden 3,5mm Klinke Audiosteckern. Da der USB 3.0 Port im I/O Hub einzeln gespeist wird, kann dieser auch mit Stromhungrigeren Geräten umgehen, während beim USB 2.0 Port der gleichzeitig die Datenleitungen und Beleuchtung versorgt den üblichen Limitierungen obliegt.



Verarbeitung

In Sachen Verarbeitung leistet sich Gigabyte bei der Osmium keine Fehler. Die Tastatur wirkt insgesamt sehr robust und verwindungssteif. Alle Tasten sind sauber beschriftet und auch ohne eingeschaltete Tastenbeleuchtung noch gut zu lesen. Die beiliegende Handballenauflage vermittelt ebenfalls einen sehr guten Eindruck. Besonders der Ein- und Ausklickmechanismus ist im Vergleich zu vielen Konkurrenzprodukten besser durchdacht und sollte auch einen vermehrten Einsatz gut wegstecken können. Insgesamt vermittelt Gigabyte einen sehr wertigen Eindruck der auch zur Preisklasse in der sich diese Tastatur bewegt passt.

Technische Daten (Herstellerangaben)

  • Interface: USB 2.0
  • Schalter: Cherry MX Red mechansich
  • Schalter Lebensdauer: 50 Millionen Anschläge
  • Betätigungsweg: 4mm zum Boden
  • Aktivierungsweg: 2mm
  • Betätigungsgewicht: 45 Gramm
  • I/O Ports: USB 3.0 + USB 2.0 / Headset + Mikrofon
  • Gewicht: 1,5 Kilogramm
  • Abmessungen: 454 x 257 x 45 Millimeter (LxBxH)
  • Kabellänge: 2 Meter
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